Baden Board auf dem Weg aus dem Schutzschirmverfahren

Schuldenbereinigungsplan durch Gläubigerversammlung einstimmig angenommen

Mit Beschluss vom 9. Oktober 2020 wird der von Baden Board GmbH vorgelegte “Schuldenbereinigungsplan” durch das zuständige Gericht in Baden-Baden angenommen. Damit ist der Weg frei für die Entlassung aus dem Schutzschirmverfahren.

Die Baden Board GmbH hatte sich Ende November 2019 freiwillig in eigener Entscheidung in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung (Schutzschirmverfahren) begeben, um sich so von den hohen bilanzierten Schulden zu befreien, welche die Gesellschaft in der Vergangenheit aufgebaut hatte. Diese standen der Aufnahme von Finanzierungsgeldern für dringend benötigte Investitionen im Weg und hätten nach Einschätzung der Geschäftsleitung in absehbarer Zukunft zum unweigerlichen Aus für den Traditionsbetrieb geführt.

Mit dem nun durch die Gläubiger in der heutigen Gläubigerversammlung einstimmig angenommenen Schuldenbereinigungsplan wird die Bilanz um ca. 27 Mio. EUR Verbindlichkeiten entlastet und so eine “industrietypische Bilanzstruktur erreicht, welche Attraktivität für Finanzierung und Zugang zu Investitionsgeldern nicht bereits an den fundamental-betriebswirtschaftlichen Kennzahlen scheitern lässt”, sagt Stefan Böll, CFO der Gesellschaft. Diese für die Gesellschaft neue Basis ist hart errungen und mit einem für alle Gläubiger schmerzhaften Forderungsverzicht verbunden. “Für die Zustimmung zu diesen Einschnitten möchte ich mich bei allen Gläubigern bedanken, insbesondere, aber nicht zuletzt, bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unter anderem mit Verzicht auf Gehalt und einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit zu dieser Entlastung beitragen”, ergänzt Robert Ferstl, Geschäftsführender Gesellschafter der Baden Board. Im Gegenzug beteiligt er die Mitarbeiter am Unternehmen und stellt wesentliche Sicherungsgüter für die Finanzierung der weiteren geplanten Investitionen bereit.

Ursprünglich war der Abschluss des Verfahrens für Ende Q2/2020 angestrebt. Die Corona-Krise mit den einhergehenden Beschränkungen und Komplikationen hat hier jedoch zu Verzögerungen geführt. Nichtsdestotrotz ist der Geschäftsbetrieb der Baden Board GmbH über die Dauer des Verfahrens unverändert und unterbrechungsfrei auf hohem Niveau weitergelaufen. Auch konnten während dieser Phase erste Investitionen in Stabilität und Qualität der Produktionsanlagen getätigt werden. “Im Ergebnis haben wir bereits jetzt deutlich weniger Produktivitätsverluste und arbeiten effizienter als vor einem Jahr”, sagt Robert Ferstl. “Diesen Weg wollen und müssen wir konsequent weitergehen und in die Zukunftsfähigkeit von Anlagen, Technologien und Produkten investieren um die Baden Board als nachhaltigen Produzenten von Recyclingkarton und Recyclingverpackungen zu etablieren. Die Erfolgsaussichten dafür sind nun mit Abschluss des Verfahrens gegeben”.